WellnessPark Roseneck in Langenburg ist weiterer Gewinner des Bioenergiewettbewerbs
Richard Drautz: "Innovatives Vorhaben zur Energienutzung aus Biogas und Holz in Verbindung mit einem großen Wärmespeicher erhält Zuschlag für Förderung"
Im Rahmen des landesweiten Bioenergiewettbewerbs gibt es einen weiteren Gewinner: Der WelinessPark Roseneck in Langenburg wird mit insgesamt 250.000 Euro gefördert. Dies teilte Richard Drautz, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium heute in Stuttgart mit. "Mit den bewilligten Mitteln können Investitionen in Höhe von 1,8 Millionen Euro angestoßen werden", so Richard Drautz.
"Für die energiepolitischen Ziele der Landesregierung - eine Verdoppelung bis Verdreifachung der Bioenergienutzung - ist der weitere Ausbau der energetischen Nutzung von Biomasse unerlässlich. Dabei ist besonders auch die effiziente Nutzung der eingesetzten Biomasse von großer Bedeutung. Das geförderte Vorhaben wird dafür einen wesentlichen Beitrag leisten können", so Staatssekretär Richard Drautz.
Auf dem Gelände eines ehemaligen Familienferiendorfes errichtet der Unternehmer Wolfgang Maier den neuen WelinessPark Roseneck. Für die Energieversorgung dieses Parks und des naheliegenden Freibades Langenburg werden hohe Ziele formuliert. Die notwendige Wärme soll ausschließlich aus regenerativen Energien aus lokalen Quellen stammen. Neben Biogas sollen noch Hackschnitzel zum Einsatz kommen.
Das für den Betrieb des Blockheizkraftwerkes notwendige Biogas wird bei einer 2.700 Meter entfernten Biogasanlage erzeugt, über ein Mikrogasnetz zum WellnessPark Roseneck geleitet und dort in einem Blockheizkraftwerk umgesetzt. Die Nutzung von Biogas vor Ort ermöglicht eine bessere Ausnutzung dieses wertvollen Brennstoffs, da die Abwärme aus dem Kraft-Wärme-Kopplungsprozess des Blockheizkraftwerks ideal für die Wellness-Angebote genutzt werden kann. Zusätzlich wird eine Holzhackschnitzelfeuerung errichtet, die vor allem bei höherem Leistungsbedarf benötigt wird. Biogas und Holzenergie werden in einem Wärmeverbund integriert.
Dreh- und Angelpunkt dieses Wärmeverbundes ist ein großer Wärmespeicher mit einem Volumen von 1,5 Millionen Liter, der aus beiden Quellen gespeist wird und über den der thermische Energiebedarf des WellnessParks sowie des Freibads gedeckt wird. Neben der Spitzenlastabdeckung entkoppelt dieser Wärmespeicher in idealer Weise die einzelnen Wärmequellen voneinander und vermeidet in der Übergangszeit den sonst üblichen Teillastbetrieb der verschiedenen Energiequellen. Durch den Wärmespeicher kann die fortwährend anfallende Biogaswärme nahezu vollständig genutzt werden. Durch die bessere Ausnutzung der Biogaswärme kann die zu installierende Heizleistung um etwa 25 Prozent gesenkt werden.
Ein Langzeitwärmespeicher in dieser Dimension wurde bisher an Biogasanlagen noch nicht verwirklicht. Durch die vorgesehene wissenschaftliche Begleituntersuchung können außerdem wertvolle Erkenntnisse zur Energieeffizienz von großen Wärmespeichern an Biogasanlagen gewonnen werden. Aufgrund der hohen Energieeffizienz und der innovativen Einbindung eines großen Wärmespeichers handelt es sich um ein vorbildliches Projekt. Die Pilotanlage erhält eine Förderung bis zu 250.000 Euro, davon 226.600 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen der EU-Strukturförderung "Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung".
Für den landesweiten Bioenergiewettbewerb steht eine jährliche Fördersumme von rund einer Million Euro bereit, um die sich Projektträger mit ihren Vorhaben bewerben können. Alle drei Monate werden die bis zum jeweiligen Stichtag eingegangenen Anträge unter Beteiligung eines Beirates mit Vertretern der Verbände, der Verwaltung und der Wissenschaft bewertet.
Das Förderkonzept für Bioenergie verfolgt einen breiten Förderansatz, erläuterte Richard Drautz: "Es gibt dabei keine Festlegung auf einen Brennstoff und auf eine Energietechnik, sondern vielmehr eine Öffnung des Brennstoffspektrums auf bisher kaum oder nicht genutzte Biomassen wie Reste aus der Landwirtschaft und Landschaftspflege sowie eine Schwerpunktsetzung in der Technik auf Innovation und Energieeffizienz."
Der Staatssekretär forderte Landwirte, kleine und mittlere Unternehmen sowie Kommunen und Kreise auf, sich auch weiterhin am Bioenergiewettbewerb mit guten Ideen und innovativen Vorhaben zu beteiligen. Die Antragsfrist für den nächsten Durchgang des Bioenergiewettbewerbs endet am 29. Oktober 2010.

